"Band für Mut und Verständigung"

Am 04. Juli 2016 bin ich mit dem "Band für Mut und Verständigung" in Potsdam ausgezeichnet worden. Für mein Engagement, sich für die Integration von geflüchteten Menschen vor Ort einzusetzen und Ausgrenzung entgegenzutreten. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und die Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, übergaben den Preis auch an das Netzwerk für Demokratie und Menschlichkeit aus Zossen (Teltow-Fläming).

Das Band für Mut und Verständigung zeichnet seit 1993 beispielhaftes Engagement gegen rassistische Gewalt und für interkulturelle Verständigung aus.

Die Jury würdigte meinen Einsatz, der trotz Einschüchterungsversuchen aus dem rechten politischen Spektrum einen entscheidenden Beitrag zur Integration dreier geflüchteter Familien aus Syrien in meinem Heimatort Brieskow-Finkenheerd geleistet wurde. Durch meine prägenden Erfahrungen in der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden mit der „Sea Watch“ e.V. im Mittelmeer baute ich ein Vertrauensverhältnis zu den Geflüchteten in unseremm Ort auf und schaffte es dadurch, anderen die Erfahrungen der geflüchteten Menschen näher zu bringen. Gemeinsam mit Mitstreitern konnte ich Kontakte vermitteln und die Integration der neuen Einwohner in unserem Ort erleichtern. 

Ministerpräsident Dietmar Woidke betonte in seiner Laudatio: „Die Ausgezeichneten geben ihre Zeit, ihre Kraft und oft auch ihre finanziellen Ressourcen, um Anderen in Not beizustehen. Sie setzen sich dafür ein, dass Menschen anderer Kultur bei uns in Brandenburg gut aufgenommen und nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung gesehen werden.“ Toleranz und der Einsatz für ein friedliches Miteinander hätten in Brandenburg Tradition, so Woidke. "Ich bin froh, dass es in unserem Land viele Initiativen und mutige Menschen gibt, die sich dafür stark machen."

Die DGB-Bezirksvorsitzende Doro Zinke erklärte zur Preisverleihung: „Dass nationalistische Kundgebungen Zulauf bekommen und Gewalt gegen Flüchtlinge in Berlin und Brandenburg wächst, erschreckt mich. Ich bin eine besorgte Bürgerin, besorgt über die Verrohung der Sitten in unserer Gesellschaft. Rechte Gruppierungen versuchen, diese Verrohung als ‚normal‘ durchzusetzen. Solidarität und Respekt vor der Würde jedes Menschen – das ist Thema der Stunde. Die Preisträgerinnen und Preisträger engagieren sich dafür in ihrem Umfeld: Indem sie anderen beistehen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten und neu in unsere Region gekommen sind, indem sie versuchen, Vorurteile abzubauen und vor Ort Gesicht zeigen.“